Durch den Reitdiep nach Zoutkamp

Wir hatten länger geschlafen, da wir gestern in der Hafenbar waren. 

Ja da war noch was: Der komische Umgang der Bewohner des Landteiles Groningen, vermutlich ist es aber in ganz Niederlande so, mit dem Alkohol und besonders mit allem, was nicht Bier und Wein ist. Wobei es hier nur Heineken gibt, also ist kaum Bier zu bekommen.  

Beim Einkaufen werden alle alkoholischen Getränke, außer Wein und Bier in eigenen Bereichen, in denen unter 18 jährige keinen Zutritt haben, angeboten. Zwischen 18 und 25 muss ein Ausweis vorgewiesen werden und bei Gruppen muss jeder über 18 Jahre alt sein. Unsere Kids hätten das System beim ersten Mal überlistet.

Bereits in Groningen war uns am Abend aufgefallen, dass die Kellnerin keine Ahnung von üblichen alkoholischen Getränken wie Aperol oder ähnlichem hatte, bei Bier und Wein war sie informiert. Sie begründete es damit, erst seit 3 Monaten hier zu arbeiten. Naja, wir dachten halt ein Einzelfall. Gestern im Hafenrestaurant eine ähnliche Begebenheit. Aperol kannte die Kellnerin nicht, erst als wir ihr ein Foto einer Flasche aus dem Internet zeigten, erkannte sie, ah Aperol!, wusste aber nicht wie er zubereitet wird. Als Erklärung gab sie an, dass sie kürzlich auf eine neue Karte umgestellt hätten. Ein Kollege, wahrscheinlich war er schon mal in Österreich oder Italien auf Urlaub konnte aber helfen, er brachte kurz darauf die bestellten Aperol Sprizz – für den geübten Österreicher in dafür ungewöhnlichen Sektflöten und anstelle des Strohhalms einen Plastikstab zum Zerdrücken der Orange. Die absolute Überraschung kam beim Zahlen, da für eines dieser Getränke tatsächliche € 6,50 verrechnet wurden und wir hatten einige! Hatten wir davor noch gerätselt, wie in dieser einsamen Gegend ein derart schönes und modernes Restaurant stehen könnte, so war dieses Rätsel jedenfalls gelöst. 

Bei der Fahrt durch den Reitdiep ist man permanent von Wiesen und Feldern umgeben, riesige Kuhherden und unzählige Schafe, in weiß, schwarz und gefleckt säumen die Fahrtroute. Unterbrochen nur durch 3 Brücken, die aber alle rechtzeitig zur Durchfahrt öffnen, erreichen wir Zoutkamp am frühen Nachmittag und ergattern einen wunderbaren Platz im Passantenhafen. 

Nach einem Lokalaugenschein beim örtlichen Sparmarkt und einer kurzen Jause, geht es mit dem Rad nach Lauwersoog ans Wattmeer.

Eine Strecke von 13 km bei der man ständig mit Gegenwind kämpft und das Gefühl hat, leicht berauf zu radeln. Unsere Erwartung, es bei der Rückfahrt leichter zu haben, wird nicht erfüllt, da der Wind dreht und die Gezeiten anscheinend jetzt die Meerseite runterdrücken, weil es wieder bergauf geht.