Weiter nach Leeuwarden

Wir hatten nur ein kurze Etappe vor uns, daher ließen wir den Tag wieder einmal gemütlich angehen. Wir schafften es gerade rechtzeitig um 2 Brücken im Ort Burdaard vor der sonntäglichen Mittagspause des Brückenwärters zu passieren.

Gleich nach der zweiten Brücke entdeckten wir einen kleinen geöffneten Supermarkt mit Anlegemöglichkeit. Der Besitzer war erfreut über unseren Halt und half beim Anlegen und Festmachen.

Gemütlich tuckerten wir durch das Dukkumer Ee weiter Richtung Leeuwarden. Links und rechts Wiesen und Felder, ab und zu ein kleines Haus, immer mit bestens gepflegtem Rasen, aber nie auch nur eine kleine Erhebung. Langsam freuen wir uns wieder auf Hügel und Berge.

Leeuwarden ist die Hauptstadt von Friesland, mit ca 110.000 Einwohnern, der Geburtsort von Mata Hari und der schwarzweiß gefleckten Supermilchkuh. An einem Park fanden wir einen schönen Anlegeplatz und nach langem Suchen auch den Hafenmeister.

In Dokkum war uns die Digitalisierung bereits aufgefallen, da es einen Stromanschluss gab, der nur mittels App bedient werden konnte. Hier war die Digitalisierung noch weiter, der Hafenmeister erklärte uns, wo wir das Selfservice-Terminal finden um Hafengebühr, Strom und weitere Erfordernisse zu bezahlen. Als technisch halbwegs aufgeschlossener Mensch hab ich damit kein Problem, nach uns drohte ein Niederländer aber am Automaten fast zu scheitern. Dieses hier betriebene System wird in Friesland nur in zwei weiteren Städten eingesetzt. Vielleicht hat Leeuwarden einfach eine Vorreiterrolle. Mir ist ein Mensch der mir etwas erklärt und mir bei Problemen hilft im Dienstleistungsgewerbe jedenfalls lieber. Der Hafenmeister wird wahrscheinlich in Kürze durch Wegweiser ersetzt.

Die Innenstadt von Leeuwarden ist nicht besonders groß und mit dem Rad schnell erkundet. Schmale Gassen mit Steinpflaster und der völlige Verzicht auf Asphalt, wie auch in allen anderen besuchten Innenstädten, laufen kreuz und quer durch die Stadt. Es sind kaum moderne oder offensichtlich neuerrichtete Häuser zu finden. So hat man das alte Stadtbild nahezu erhalten und selbst auf dem großen Marktplatz haben die meisten Häuser nur ein Stockwerk und einen ausgebauten Dachstuhl.

Lediglich das älteste Wohnhaus der Stadt, in dem sich jetzt das Cafe Fire befindet, überragt die anderen Häuser um 2 Stockwerke. Dafür befinden sich im Keller aber auch eingerichtete Zellen, interessanterweise nur über die Damentoilette erreichbar.

Auch in Leeuwarden gibt es einen schiefen Turm. Das Bauwerk war als Kirchturm geplant, konnte aber nicht fertiggestellt werden als der aufgeschüttete Boden auf einer Seite nachgab. So steht er als Mahnmahl für den Pfusch am Bau direkt neben dem Durchfahrtskanal.