Paddeln auf dem Stausee Dobra

Auf Grund der Wettervorhersage entschließen wir uns unsere erste Paddeltour mit unserm neuen Klepper Aerius Quattro auf dem Stausee Dobra zu versuchen. Als Paddelneulinge wollen wir einen ruhigen Stausee für das “erste Mal” ansteuern.

Da ich vor vielen Jahren bereits einige Male mit dem Wohnmobil am Stausee war, versuchte ich es an der mir bekannten Stelle. Nach dem Ottensteiner Stausee fährt man unterhalb der Staumauer über ein Brücke und biegt danach sofort rechts in einen Waldweg ab. Da es sich um keinen Forstweg handelt kann man direkt am linken Seeufer entlangfahren (für tiefer gelegte Fahrzeuge absolut nicht zu empfehlen), bei der zweiten Liegewiese (1,5 km nach der Einfahrt), die bevorzugt von FKK-Fans frequentiert wird, gibt es ziemlich genau in der Mitte eine wunderbare Einstiegsstelle (48.598722, 15.354464) – danke an den netten angezogenen Camper, der uns darauf aufmerksam machte.

Der Stausee ist an diesem Tag relativ ruhig, nur im unteren Teil kommt etwas Gegenwind auf, der uns aber bei der Rückfahrt behilflich wird.

Schnell haben wir uns a die bisher ungewohnte Bewegung gewohnt und wir kommen rasch auf Tempo. Wir gleiten unter Bäumen dahin und genießen die absolute Ruhe, da auch an der rechtsseitig gelegenen Straße kaum Verkehr war, obwohl sich die Straße sehr gut als Strecke für Motorradbegeisterte eignet.

Kurz vor der Staumauer liegt an der linken Seite ein Campingplatz mit einem kleinen Restaurant. Dort treffen wir auf einige Stand-Up Paddler, die zur an der nächsten Landzunge gelegenen Ruine Dobra paddeln. Eine Biegung weiter heißt es dann umkehren, da wir die Staumauer erreicht haben und es in diese Richtung nicht weiter geht.

Wir paddeln gemütlich zurück und genießen noch ein kurzes Päuschen am Ufer. Da unser Boot noch keinen Namen hat, lassen wir unserer Kreativität freien Lauf und entschieden und für PS Quaxi – PS steht für Paddelschiff und Quaxi ergibt sich aus Klepper Aerius Quattro in umgekehrter Reihenfolge also Quak, woraus letztendlich Quaxi wird.

Bei unserer erste Paddeltour haben wir 10,8 km in ca 2,5 Stunden geschafft. Die nächste Tour ist schon geplant – wir sind sicher noch viele Flüsse und Seen mit dem PS Quaxi zu bepaddeln.

Zurück zum Heimathafen

Der Morgen ließ einige Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke blitzen, für den Vormittag war aber wieder Regen vorhergesagt. Die Etappe war laut Kartenmaterial 30 km lang und führte hauptsächlich über breite Kanäle. 

Der Verkehr auf dem Wasser nahm mit jeder Seemeile zu und bei den wenigen Brücken staute es regelrecht und wir schlängelten uns im Konvoi zwischen schwer beladenen entgegenkommenden Frachtern durch.

Nach einigen Stunden erreichten wir das Tsujkemar, in dem sich eine kleine Insel mit Sandstrand befindet. Wir nutzen die Mittagszeit um anzulegen und die Crew abzufüttern. So wie während der gesamten Fahrt zeigte sich beim Essen wieder  der Grundsatz der Crew: Gegessen wird alles! Dies war aber auch nicht schwer, da der Smutje immer wieder köstliche Gerichte aus dem wenigen vorhandenen Proviant zauberte.

Nach der Besichtigung des Sandstrandes ging es weiter nach Echtenerbrug. 

Ein Ort, in dem ein Großteil des Freizeitschiffsverkehrs durchfahren muss und bei dem es immer wieder an der Brücke zu gewaltigen Staus kommt.  Ebenso befinden sich dort die beiden Tankstellen, an denen das Boot für die Übergabe vollgetankt werden muss. 

Hatten wir letztes Jahr in 7 Tagen ca 300 km zurückgelegt und dafür 350 Liter Diesel verbraucht, waren wir nach dem Tankvorgang überrascht. In 11 Tagen hatten wir ca 250 km  zurückgelegt und nur 110 Liter Diesel verbraucht. Da freut sich die Bordkassa.

Das letzte Anlegemanöver gelang Dank der perfekten Arbeit der Crew wie aus dem Lehrbuch und wir hatten reichlich Zeit um das erste Gepäck zusammenzupacken und im Auto zu verstauen. 

11 Tage auf der Julia, eine wunderbare und unvergessliche Zeit und Friesland eine absolute Empfehlung für einen tollen, erholsamen Urlaub.

An Bord mit den Prinzessinnen

Wir verließen Leeuwarden erst am späten Vormittag. Wir fuhren die Westausfahrt durch einige Brücken, eine davon hebt einen 15×15 Meter großen Fahrbahnteil in die Höhe, um die Stadt danach an der Südseite von Westen nach Osten wieder zu passieren. Am Ende der Stadt folgt ein Schwenk nach Süden und die Route führt wieder einmal zwischen Feldern und Wiesen hindurch. 

Als Highlight sei die Durchfahrt durch den Ort Warga erwähnt. Bei der Einfahrt wird auf die Größenbeschränkung von maximal 15 Metern Länge und 4 Metern Breite verwiesen. Nach der Durchfahrt wird diese Beschränkung jedem Crewmitglied klar.

Die Stadt Grou, die wir am Anfang der Reise wegen zu viel Verkehr nicht angelaufen sind, erreichen wir diesmal von Norden kommend und finden im hinteren Stadtteil einen netten Liegeplatz. Wir schlendern durch die Stadt, die auf Grund der vielen Touristen eine Menge Lokale beherbergt, sind eine halbe Stunde später wieder an Bord und entscheiden uns, einen Liegeplatz im Sneekermeer zu suchen. 

Dort finden wir auf Anhieb eine kleine Insel mit einigen Bäumen, die für die Schiffer angelegt wurde. Sogar eine Mülltonne ist vor Ort, die von einem Mülltonnenschiff entleert wird. Wir genießen einen wunderbaren Abend, auch weil der Smutje vom Einkaufen Aperol und Wein mitgebracht hat. Ein herrlicher Sonnenuntergang vollendet den Tag an Bord.

Da die jüngere weibliche Crew bei der Körperpflege sehr viel Wasser verbraucht hat, fahren wir gegen Morgen Richtung Sneek um Wasser zu tanken. Im zweiten Hafen gelingt es und wir kehren auf unseren Inselplatz zurück. Vorerst auf die vorgelagerte kleinere, später wechseln wir auf Grund des Wellenganges auf die Leeseite der größeren Insel – ein perfekter Faulenzertag.

In der Nacht setzt Regen ein und der Morgen erwartet uns nass und kalt. Unsere Bordprinzessinnen waren wieder duschen und Haareföhnen, daher hat sich der Wasservorrat wieder verringert und die Kaffeemaschine verweigert wegen zu geringem Strom den Dienst. Kurzerhand legen wir ab und fahren nach Sneek, wo wir im zweiten Hafen einen schönen Liegeplatz finden. Stromanschluß und Wasserschlauch sind in der Nähe und das Wichtigste: freies W-Lan!

Sneek erkunden wir zu zweit im leichten Regen. Österreichische Einkaufstempelbetreiber hätten ihre Freude, müsste man den Ort doch nur überdachen und das perfekte Einkaufszentrum wäre fertig. Jedes Haus hat im Erdgeschoss ein Geschäft und es gibt keinen Leerstand.

Zwei besondere Sehenswürdigkeiten lassen wir uns natürlich nicht entgehen: den Waterpoort und das Gründungsgeschäft der Bekleidungskette C&A. 

Im strömenden Regen gehen wir einkaufen und kommen schwerst beladen auf das Schiff retour. Das Internet dürfte bald ausgelesen sein. Snapchat hat wegen zu vieler Uploads für diese Woche den Betrieb eingestellt.

Weiter nach Leeuwarden

Wir hatten nur ein kurze Etappe vor uns, daher ließen wir den Tag wieder einmal gemütlich angehen. Wir schafften es gerade rechtzeitig um 2 Brücken im Ort Burdaard vor der sonntäglichen Mittagspause des Brückenwärters zu passieren.

Gleich nach der zweiten Brücke entdeckten wir einen kleinen geöffneten Supermarkt mit Anlegemöglichkeit. Der Besitzer war erfreut über unseren Halt und half beim Anlegen und Festmachen.

Gemütlich tuckerten wir durch das Dukkumer Ee weiter Richtung Leeuwarden. Links und rechts Wiesen und Felder, ab und zu ein kleines Haus, immer mit bestens gepflegtem Rasen, aber nie auch nur eine kleine Erhebung. Langsam freuen wir uns wieder auf Hügel und Berge.

Leeuwarden ist die Hauptstadt von Friesland, mit ca 110.000 Einwohnern, der Geburtsort von Mata Hari und der schwarzweiß gefleckten Supermilchkuh. An einem Park fanden wir einen schönen Anlegeplatz und nach langem Suchen auch den Hafenmeister.

In Dokkum war uns die Digitalisierung bereits aufgefallen, da es einen Stromanschluss gab, der nur mittels App bedient werden konnte. Hier war die Digitalisierung noch weiter, der Hafenmeister erklärte uns, wo wir das Selfservice-Terminal finden um Hafengebühr, Strom und weitere Erfordernisse zu bezahlen. Als technisch halbwegs aufgeschlossener Mensch hab ich damit kein Problem, nach uns drohte ein Niederländer aber am Automaten fast zu scheitern. Dieses hier betriebene System wird in Friesland nur in zwei weiteren Städten eingesetzt. Vielleicht hat Leeuwarden einfach eine Vorreiterrolle. Mir ist ein Mensch der mir etwas erklärt und mir bei Problemen hilft im Dienstleistungsgewerbe jedenfalls lieber. Der Hafenmeister wird wahrscheinlich in Kürze durch Wegweiser ersetzt.

Die Innenstadt von Leeuwarden ist nicht besonders groß und mit dem Rad schnell erkundet. Schmale Gassen mit Steinpflaster und der völlige Verzicht auf Asphalt, wie auch in allen anderen besuchten Innenstädten, laufen kreuz und quer durch die Stadt. Es sind kaum moderne oder offensichtlich neuerrichtete Häuser zu finden. So hat man das alte Stadtbild nahezu erhalten und selbst auf dem großen Marktplatz haben die meisten Häuser nur ein Stockwerk und einen ausgebauten Dachstuhl.

Lediglich das älteste Wohnhaus der Stadt, in dem sich jetzt das Cafe Fire befindet, überragt die anderen Häuser um 2 Stockwerke. Dafür befinden sich im Keller aber auch eingerichtete Zellen, interessanterweise nur über die Damentoilette erreichbar.

Auch in Leeuwarden gibt es einen schiefen Turm. Das Bauwerk war als Kirchturm geplant, konnte aber nicht fertiggestellt werden als der aufgeschüttete Boden auf einer Seite nachgab. So steht er als Mahnmahl für den Pfusch am Bau direkt neben dem Durchfahrtskanal. 

Durchs Lauwersmeer nach Dokkum

Um halb 6 wurden wir von einer Schwimmveranstaltung im Hafen von Zoutkamp geweckt. Schwimmer zogen Plastikkanister mit Kerzen darin durch das Hafenbecken, dazu erklang ein Lied in dem es anscheinend um Fischer ging. Fast so ähnlich wie bei uns das Martinsfest, nur eben im Wasser. Die  -innen und Schwimmer wurden vom Applaus der Dorfbewohner, die am Hafenkai dahinliefen, begleitet und das Ganze wurde mit einem kleinen Feuerwerk beendet. Um 8 gab es nochmal einen Durchgang, wahrscheinlich für die Spätaufsteher, diesmal ohne Feuerwerk.

Nach dem Auslaufen tuckerten wir durch das Lauwersmeer, einem großen Naturschutzgebiet. Die Mitfahrerinnen entdeckten sogar eine Herde Kühe ohne Euter.  

Bei so viel Gegend wird der Bootsfahrer melancholisch und nachdenklich, fast zum Friesen. Die sind aber dennoch überaus freundlich, nett und hilfsbereit.

Am frühen Nachmittag erreichten wir unser Etappenziel Dokkum. An der Voilwater Station kam uns bereits der Hafenmeister zu Hilfe und zeigte uns die besten Liegeplätze für die kommende Nacht. Wir liegen direkt gegenüber einer der beiden Windmühlen. 

Der einsetzende Regen hält uns nicht auf, durch den Ort zu bummeln und kreuz und quer durch die Gassen zu schlendern. Fast hat man den Eindruck, die Stadt wäre nur für die Touristen und allfällig vorbeikommende Fotografen von Wohnzeitschriften errichtet worden. 

Nicht so perfekt verlief die Suche nach einem Lokal für das Abendessen, obwohl der Reiseführer viele Restaurants versprach. Letztendlich landeten wir in einer Pizzeria, in der aus wahrscheinlich religiösen Gründen kein Alkohol ausgeschenkt wurde. Zumindest gabs bei der Rechnung keine Überraschung!

Durch den Reitdiep nach Zoutkamp

Wir hatten länger geschlafen, da wir gestern in der Hafenbar waren. 

Ja da war noch was: Der komische Umgang der Bewohner des Landteiles Groningen, vermutlich ist es aber in ganz Niederlande so, mit dem Alkohol und besonders mit allem, was nicht Bier und Wein ist. Wobei es hier nur Heineken gibt, also ist kaum Bier zu bekommen.  

Beim Einkaufen werden alle alkoholischen Getränke, außer Wein und Bier in eigenen Bereichen, in denen unter 18 jährige keinen Zutritt haben, angeboten. Zwischen 18 und 25 muss ein Ausweis vorgewiesen werden und bei Gruppen muss jeder über 18 Jahre alt sein. Unsere Kids hätten das System beim ersten Mal überlistet.

Bereits in Groningen war uns am Abend aufgefallen, dass die Kellnerin keine Ahnung von üblichen alkoholischen Getränken wie Aperol oder ähnlichem hatte, bei Bier und Wein war sie informiert. Sie begründete es damit, erst seit 3 Monaten hier zu arbeiten. Naja, wir dachten halt ein Einzelfall. Gestern im Hafenrestaurant eine ähnliche Begebenheit. Aperol kannte die Kellnerin nicht, erst als wir ihr ein Foto einer Flasche aus dem Internet zeigten, erkannte sie, ah Aperol!, wusste aber nicht wie er zubereitet wird. Als Erklärung gab sie an, dass sie kürzlich auf eine neue Karte umgestellt hätten. Ein Kollege, wahrscheinlich war er schon mal in Österreich oder Italien auf Urlaub konnte aber helfen, er brachte kurz darauf die bestellten Aperol Sprizz – für den geübten Österreicher in dafür ungewöhnlichen Sektflöten und anstelle des Strohhalms einen Plastikstab zum Zerdrücken der Orange. Die absolute Überraschung kam beim Zahlen, da für eines dieser Getränke tatsächliche € 6,50 verrechnet wurden und wir hatten einige! Hatten wir davor noch gerätselt, wie in dieser einsamen Gegend ein derart schönes und modernes Restaurant stehen könnte, so war dieses Rätsel jedenfalls gelöst. 

Bei der Fahrt durch den Reitdiep ist man permanent von Wiesen und Feldern umgeben, riesige Kuhherden und unzählige Schafe, in weiß, schwarz und gefleckt säumen die Fahrtroute. Unterbrochen nur durch 3 Brücken, die aber alle rechtzeitig zur Durchfahrt öffnen, erreichen wir Zoutkamp am frühen Nachmittag und ergattern einen wunderbaren Platz im Passantenhafen. 

Nach einem Lokalaugenschein beim örtlichen Sparmarkt und einer kurzen Jause, geht es mit dem Rad nach Lauwersoog ans Wattmeer.

Eine Strecke von 13 km bei der man ständig mit Gegenwind kämpft und das Gefühl hat, leicht berauf zu radeln. Unsere Erwartung, es bei der Rückfahrt leichter zu haben, wird nicht erfüllt, da der Wind dreht und die Gezeiten anscheinend jetzt die Meerseite runterdrücken, weil es wieder bergauf geht.

Von Groningen ins Reitdiep

Im Reiseführer wurde für die  Fahrt durch Groningen 3 Stunden Fahrzeit angegeben. Wir brachen deshalb bereits um 9:30 Uhr auf, da die Brückenmeister um 9:00 Uhr den Dienst beginnen und wir von unserem Liegeplatz bereits den Stau an der ersten Brücke mitverfolgen konnten. Vom Ausmaß hätte er es daheim sicher in die Ö3 Verkehrsnachrichten geschafft.

Die ersten Brücken waren rasch bewältigt, auch weil uns mancher Brückenwart durch eindeutige Handzeichen aufforderte die vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzung zu überschreiten. Vorbei an wundervollen Backsteinhäusern und unzähligen Wohnschiffen durchquerten wir insgesamt 12 Hebebrücken bis wir das Stadtgebiet hinter uns gebracht hatten. Zeit um mit den Brückenmeistern die eine oder andere freundliche Geste auszutauschen. Die meisten Brückenmeister bedienen 2 Brücken. Diese Brücken folgen aber nicht aufeinander, sondern es ist immer eine “fremde” Brücke dazwischen gelegen. So hat er genügend Zeit um nach dem Schließen der Brücke mit dem Rad zur übernächsten Brücke zu radeln, damit der Kapitän beim Warten nicht kreuz und quer im Kanal herumschippert. Vor der Einfahrt in den Reitdiep war noch eine Schleuse mit ca 1,5 Meter Fallhöhe zu bewältigen und dann lag er vor uns, der malerische Kanal des Reitdieps, der für die nächsten Tage unser Fahrweg sein wird.Im malerischen Garnwerd fanden wir einen wunderbaren Liegeplatz, direkt an einer funtionsfähigen Windmühle und beschlossen den Rest des Tages hier zu faulenzen.

Mit dem Fahrrad erkundeten wir den Ort und waren nach 8 Minuten wieder am Boot zurück. Das Restaurant hat Aperol an der Bar – der Abend ist somit auch gerettet.

Groningen

12 Brücken und 2 Schleusen, 50 cm nach unten und 1 m nach oben, gab es auf der Fahrt nach Groningen zu überwinden. Zum Glück hatten wir ein Frachstschiff in unserer Nähe, das mit Funk immer schon aus guter Entfernung den Hebemechanismus der Brücken anforderte und wir es ohne Wartezeit bis zur letzten Schleuse nach Groningen schafften. Hier mussten wir aber ca 1 Stunde auf die Schleusung warten. Mit 2 Frachtern und 5 weiteren Sportbooten konnten wir danach endlich einfahren. Gemessen an der Geschwindigkeit in der wir 1 Meter gehoben wurden, nehme ich an, dass die Schleuse mit Handbetrieb funktioniert und noch keine große Technisierung eingezogen ist.

Durch die lange Wartezeit erreichten wir unsere nächste Brücke zu spät. Der Schleusenwart war auf Pause und wir warteten wieder eine Stunde bis wir in den Kanal Richtung Hafen einfahren konnten. Dort legten wir ein gekonntes Rückwärtseinparkmanöver hin, für das wir von den umstehenden Bootfahrern nickende Anerkennung erfuhren.

Groningen ist eine Universitätsstadt mit einer Vielzahl an kleinen Lokalen und Koffeeshops. Da es nur wenige Höhenmeter in der Stadt zu überwinden gibt, sind fast ausschließlich Radfahrer unterwegs. Entsprechend ist auch der Ausbau der Radwege, da würde ich so manchem Lokalpolitiker mal eine Studienreise empfehlen – natürlich mit dem Rad auf eigene Kosten.

Geprägt wird das Ortsbild auch durch die Architektur im Stadtkern. Es trifft moderne Architektur auf traditionelle Backsteinbauten.

Interessant ist, dass auch die gesamte Innenstadt weitestgehend autofrei ist und sich dennoch Geschäft an Geschäft reiht.

Die nächste Ettape führt uns durch die Stadt hinaus ins Reitdiep , einer malerischen Landschaft, die im Norden in einem Naturpark an der Nordsee endet. Vorher gilt es aber noch 15 Brücken und 2 Schleusen zu überwinden.

Akkrum und Umgebung

Ein wundervoller sonniger erster Tag in Friesland. Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem kurzen Plausch mit dem Hafenmeister ging es auf nach Akkrum. Ein Ort wie aus einem Bilderbuch.

Kleine Häuschen mit Gärten zum Ufer der Kanäle, Booten an der Moole und Einrichtungen aus der letzten Ausgabe von “Schöner Wohnen”. Alle paar Minuten ein neues Schmuckstück, viele davon auch zu kaufen. Nach kurzer Diskussion festigt sich die Meinung, dass es zu weit für die tägliche Fahrt zur Arbeit sein könnte.

Der Spaziergang durch das malerische Akkrum wird sicher lange in Erinnerung bleiben. Ebenso die Drehbrücke, die die Eisenbahnlinie unterbricht. Laut Fahrplan 3 mal pro Stunde, gefühlt immer dann wenn eine Schleusung angefordert wird. Zum Glück fährt hier nicht die ÖBB und kein Zug muss warten oder fällt ins Wasser!

Weiter geht die Fahrt nach Grou. Kurzfristig entscheiden wir auf Grund des einsetzenden Massenverkehrs und der vielen Boote an den Anlaagsplatsen unsere Fahrt nach Burgum fortzusetzen. Dort im Hafen finden wir einen netten Anlegeplatz, erkunden die Stadt mit dem Rad und finden eine nette kleine Pizzeria für das Abendessen. 

Morgen geht es über den Prinses Margriet Kanaal Richtung Groningen.  

Abfahrt

Am Sonntag ging es bereits um 8:30 los. Unsere Anreise war in 2 Etappen geplant. Am Sonntag bis Köln, 750 km ausschließlich Autobahn. Das schien ja nicht so schlimm zu sein, wo es doch in Deutschland auch kein Tempolimit gibt. So denkt der Laie! Letztendlich waren wir mit ein paar kurzen Pausen 10 Stunden unterwegs und erreichten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 77 km/h.

Aus dem Rundgang in Köln wurde nur eine Besichtigung des Doms um anschließend ins nahegelegene Maredo zum Abendessen zu gehen. Beim Eingang begrüßt uns ein Schild mit der Aufschrift: ” Heute für Sie da: Herr Zakzak”. Er machte seinem Namen wenig Ehre, aber die Steaks waren gut, so wie gewohnt und wir fielen mit vollem Bauch und leerer Geldtasche ins Bett.

Das Hotel in Mülheim um € 140 für 5 Personen inklusive Frühstück war wesentlich ansprechender, als es der Preis erwarten ließ und das Frühstück war umfangreich und ausgiebig.

Während der Weiterfahrt auf der zweiten Etappe zum Hafen in Langelille informierte uns der Vermieter, dass wir unser Boot bereits früher übernehmen können. Eine wirklich gute Nachricht!

Tatsächlich konnten wir unsere Jacht 2 Stunden früher übernehmen und nach gemütlichem Einräumen schipperten wir gemütlich Richtung Heerenveen.

Interessant wird es immer an den Brücken. Diese werden für die Schifffahrt so wie Zugbrücken weggehoben. Dazu muss der Autoverkehr warten bis das Schiff die Brücke passiert hat. Ein wahrlich erhebendes Gefühl :).

Die Nacht verbringen wir im Hafen “De Welle” etwas außerhalb von Heerenveen. Morgen gehts nach dem Frühstück weiter nach Akkrum und Grou.